Sanur Beach with Fishermen

Sanur – Bali für Einsteiger

In vielen Reiseführern wird Sanur im Vergleich zu dem trubeligen Kuta und dem schicken Seminyak als verschlafenes Nest belächelt. Doch tatsächlich hat der internationale Bali-Tourismus in Sanur im Jahr 1963, mit der Eröffnung des Bali Beach Hotels, seinen Anfang genommen. Davor existierten nur sehr wenige Hotels auf der Insel. Doch nach dem Tourismus-Boom in Sanur begannen sich Hotelanlagen, Restaurants und Souveniershops in Windeseile über die gesamte Insel auszubreiten.

sanur-beach-baliVon diesem anfänglichen Hype ist in Sanur nur noch relativ wenig zu spüren. Der touristische Teil der Stadt, der hauptsächlich an der Strandpromenade und der Hauptstraße (Jalan Danau Tamblingan) zu finden ist, bietet tatsächlich eine sehr angenehme Mischung aus schicken Hotel Resorts wie dem Maya Sanur oder dem Fairmont, kleinen Boutique Hotels und günstigen Homestays. Diese Mischung spiegelt sich auch in der vielfältigen Auswahl an Restaurants, Cafés und Bars wieder. Doch trotz dieser Vielfalt wirkt Sanur nicht komplett vom Tourismus vereinnahmt wie zum Beispiel Kuta. Dazwischen spielt sich immer noch der normale balinesische Alltag ab. Gegen Sonnenuntergang kann man die traditionellen Fischerboote beobachten, die zur Küste zurückkehren. Gleichzeitig füllen sich am Abend der Strand und die zahllosen Warungs entlang der Jalan Kusuma Sari mit balinesische Familien, die gemeinsam den Tag ausklingen lassen.

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Sanur war der erste Stopp unseres Bali Aufenthalts im Mai / Juni 2016. Im Nachhinein kann ich nicht mehr genau sagen, wieso unsere Entscheidung auf Sanur gefallen ist, da sich auf Bali sicherlich eine Vielzahl spannenderer Orte angeboten hätten. Aber vielleicht war es genau das Ruhige, relativ Unaufgeregte, was uns angesprochen hat und nach den erlebnisreichen Tagen in Singapur für uns genau richtig war. Generell gilt, dass Sanur etwas teurer als Kuta ist, aber wesentlich günstiger als Seminyak und somit vor allen Dingen Anziehungspunkt von europäischen Familien. Damit haben wir ausnahmsweise mal perfekt in die Touristen-Zielgruppe vor Ort hineingepasst.

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Erleben

Der Strand und das Meer sind sicherlich die ausschlaggebenden Gründe, sich für einen Aufenthalt in Sanur zu entscheiden. Durch ein vorgelagertes Riff ist das Meer dort, im Vergleich zu den beeindrucken Wellen in Seminyak oder Cangu, extrem ruhig, hat kaum Strömung und ist insgesamt auch eher flach. Also ideale Voraussetzungen für ein entspanntes Badevergnügen mit kleinen Kindern. Auch die schöne, knapp 5km lange Strandpromenade lädt zum entspannten Schlendern ein. Von dort kann man malerische Fischerboote vor dem Hintergrund der Insel Nusa Penidia beobachten.

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Dennoch macht die weltweite Verschmutzung der Meere, die mir auf Bali besonders aufgefallen ist, natürlich auch in Sanur nicht halt. Auch hier finden sich im Meer zahllose größere und unzählige kleine Plastikteile. Zu dieser enormen Verschmutzung tragen wir alle mit unserem Konsumverhalten bei, indem wir immer noch viel zu viel Plastik, insbesondere als Verpackungsmaterial, fest in unseren Alltag integriert haben.

oacean-trash-sanurDer Strand von Sanur ist zwar relativ sauber, jedoch hängt das stark davon ab an welchem Abschnitt des Strands man sich aufhält: Wenn man der Strandpromenade in Richtung Mercure folgt, werden die Hotels teurer, die Liegeplätze wesentlich schicker und auch der Strand wirkt dort auch wesentlich gepflegter. Folgt man der Promenade in die andere Richtung, werden die Hotels günstiger, ebenso wie die Preise für die Liegen und Getränke. Gleichzeitig machte der Strand auf mich dort aber auch einen etwas ungepflegteren Eindruck. Am angenehmsten fanden wir den Strandbereich vorm Hyatt, das zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war. Aus diesem Grund war der gesamte Abschnitt sehr ruhig, sauber und fast menschenleer. Etwas Tratsch am Rande: Das Hyatt ist umgeben von einer riesigen, üppigen Gartenanlage, die man unbedingt besuchen sollte, wenn es irgendwann mal wieder geöffnet hat. Aber Achtung, es tummeln sich dort auch einige Tiere. So wurde dort vor einigen Jahren ein Gärtner von einer riesigen Python erwürgt.

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Außer dem Strand gibt es in Sanur und Umgebung nicht viele weitere Attraktionen. In der Stadt findet jeden Abend ein Nachtmarkt (Pasar Sindhu) statt, auf man zahlreiche gute und günstige Essenständen findet. Das übliche Kunsthandwerk, T-Shirts, Souverniers usw. findet man auf dem Sindhu Beach Market. Außerdem kann das Haus des von 1932 – 1958 in Sanur lebenden belgischen Malers Adrien Jean Le Mayeur besichtigen, das in ein Museum umgebaut wurde. Ein schönes Ausflugsziel ist auch der Bali Orchid Garden ca. 3 km nördlich von Sanur.

Ein Highlight ist aber ein Besuch des Turtle Conservation & Education Center, das sich auf der 10 km entfernten Pulau Serangan befindet. Die Insel war früher eine vorgelagerte Sandbank, auf der die unterschiedlichsten Schildkrötenarten ungestört ihre Eier ablegen konnten. Im Zuge der Landgewinnung wurde sie jedoch auf 73ha vergrößert und besiedelt. Die sie umgebenden Mangrovenwälder und Korallenriffs wurden dabei zerstört. Im Center versucht man nun für den Erhalt der Schildkröten zu kämpfen, die nach der Landgewinnung fast gänzlich von der Insel verschwunden waren. Hauptsächlich dient das Center der Aufklärung der einheimischen Bevölkerung, um den Handel mit Schildkrötenprodukten und –fleisch zu unterbinden. Gleichzeitig findet sich dort aber auch eine Aufzuchtstation, in der verletzte und kranke Tiere wieder gesund gepflegt werden und beobachtet werden können. Der Eintritt ist kostenlos. Eine freiwillige Spende wird jedoch gern gesehen.

 

Shoppen

Wer auf Bali shoppen möchte, sollte dies unbedingt in Sanur tun. Hier ist nämlich alles um einiges günstiger, als im teuren Seminyak oder von Touristen überfluteten Ubud. Die vielen, kleinen Shops mit Kunsthandwerk, FlipFlops, T-Shirts und natürlich allerlei Kitsch entlang der Jalan Danau Tamblingan laden zum entspannten Schlendern und Stöbern ein.

An der  Jalan Danau Tamblingan liegt auch der riesige Hardys Supermarkt. Dort findet man wirklich alles! Sämtliche Lebensmittel, frisches Obst, eine überwältigende Auswahl an Babyprodukten zu tollen Preisen, aber auch Beachutensilien sowie allerlei Bali Schnickschnack und etliche ATMs.

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Köstliche, frische Früchte

Etwas abseits, an der Jalan Danau Poso 57 liegt die Utama Spice Filiale von Sanur. Die komplett aus natürlichen Produkten bestehende Kosmetik, Düfte und Cremes sind wirklich großartig. Besonders empfehlen kann ich das Moskito Spray (Begone Bug Spray) und das herrlich duftende Yoga Matten Spray.

 

Entspannen

Wie in vielen Touristen-Städten auf Bali, ist auch in Sanur das Angebot an Massagen und Yoga-Kursen groß, daher hier meine Empfehlungen, die aus dem Vielzahl der Angebote besonders herausgestochen haben. Im Aroma Spa Retreat hatte ich eine wundervoll, erholsame Detoxmassage. Das Personal ist unglaublich freundlich und die weitläufige Anlage einfach perfekt. Nach der Massage kann man sich am Pool des Spas mit Blick aufs Meer entspannen. Traumhaft!

Einen ebenso fantastischen Ausblick aufs Meer hat man beim Yoga in der Power Of Now Oasis. Das komplett aus Bambus errichtete Yogastudio, liegt in einem süßen kleinen Garten mit Hängematten und Kuh, direkt am Meer. Vom offenen Yogaraum hat man einen tollen Blick aufs Meer und spürt so beim Praktizieren die angenehm frische Meeresbriese auf der Haut. Die Stunden, die ich besucht habe, hatten einen harmonischen Flow aus körperlicher Anforderung und Entspannung. Ich war jedenfalls komplett begeistertet und würde allein wegen dieses Yogastudios jederzeit wieder nach Sanur reisen.

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Power of Now Oasis

Essen

Wie fast überall auf Bali ist das Angebot an gesunden, frischen, köstlichen Essen auch in Sanur überwältigend. Das sympathische Manik Organik lag direkt gegenüber unserer Unterkunft und war somit unsere Anlaufstelle Nr. 1 für einen schnellen Smoothie zwischendurch oder ein leckeres Abendessen.  In dem gemütlich eingerichteten Restaurant erhält man eine schöne Auswahl an indonesischen aber auch westlichen Gerichten, viele davon sind vegetarisch / vegan. Über dem Restaurant befindet sich ein kleines Yogastudio.

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Auf Tripadvisor ist zu lesen, dass das Manik Organik seit Juni 2016 geschlossen ist. Hinterlasst mir bitte einen Kommentar, wenn ihr nähere Infos dazu habt.

Das großteils vegane / vegetarische Essen im Bali Buda ist einfach der Hammer! Ich habe selten so köstliches, frisches und gleichzeitig so gesund schmeckendes Essen gegessen. Sehr schön ist auch der im Restaurant integrierte Laden, in dem man allerlei Bio Lebensmittel, Kosmetikprodukte und Bücher findet. Eine weitere Filiale des Bali Buda gibt es unter anderem in Ubud.

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Die Buddha Bowl im Bali Buda

Das Dusk Blue Café hat uns restlos überzeugt, so dass wir zu mehrfachen Wiederholungstätern wurden. Hier stimmt einfach alles: Die Atmosphäre, das Essen, die Getränke. Das kleine, extrem liebevoll eingerichtete Café liegt an einer ruhigen Seitenstraße, die direkt zum Strand führt. Daher kann man hier auch tatsächlich entspannt draußen sitzen, ohne an der Abgasluft der unzähligen Mofas zu ersticken. Das Essen und die Getränke sind perfekt und eine große Spielzeugkiste hilft, die kleinen Monster ruhig zu stellen, so dass wir sogar in Ruhe unseren Kaffee genießen konnten. Neben dem Café befindet sich ein kleiner, aber feiner Laden in dem sich das ein oder andere, schicke Souvenir finden lässt.

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Mais-Pfannkuchen, Furchtsaft und Eisbär im Dusk Blue

Das Soul In A Bowl ist ein trendy Restaurant mit einer eher westlich orientierten Speisekarte. Dennoch konnten mich das köstliche Essen, der himmlische Kuchen, die frischen Säfte und das extrem freundliche Personal vollkommen überzeugen.

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Salat in a Bowl im ‚Soul in a Bowl‘

 

Übernachten

Die Auswahl an Unterkünften und Hotels in Sanur ist riesig und dementsprechend schwer fiel uns die Entscheidung. Letztendlich fiel unsere Wahl auf die Puri Hiromi Boutique Residence, da wir dort eine eigene Küche hatten und Tara so problemlos bekochen konnten. Insgesamt hat uns die Unterkunft sehr gut gefallen. Die Küche war modern, das Schlafzimmer riesig und mit einer tollen, hohen Decke. Das moderne Bad war ebenfalls groß und offen. Wir hatten uns für die günstigere Zimmerkategorie entschieden und so keinen Pool, aber aufgrund der Nähe zum Meer, haben wir diesen auch nicht wirklich vermisst.

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